Was ist DNS? DNS-Einträge einfach erklärt
Was ist DNS und wie funktioniert es? A-, CNAME-, MX-, TXT- und NS-Einträge, TTL und Propagation, Domain mit dem Server verbinden und DNS-Fehler beheben.

Inhalt
DNS (Domain Name System) ist das System, das Domainnamen wie ihre-firma.de in IP-Adressen wie 203.0.113.10 übersetzt, mit denen Computer arbeiten. Man kann es sich wie das Telefonbuch des Internets vorstellen: Sie schlagen einen Namen nach, und DNS liefert die Nummer. Was ist DNS also in der Praxis? Seine Einträge entscheiden, auf welchem Server Ihre Website läuft, wohin Ihre E-Mails gehen und wie der Besitz Ihrer Domain bestätigt wird.
In diesem Ratgeber erklären wir, wie DNS funktioniert, welche Eintragstypen Sie am häufigsten brauchen, was TTL und Propagation bedeuten, wie Sie Ihre Domain mit einem Server verbinden und wie Sie typische Fehler beheben.
Wie funktioniert DNS?
Wenn Sie ihre-firma.de in den Browser eingeben, passiert im Hintergrund kurz Folgendes:
- Ihr Rechner prüft zuerst seinen eigenen Cache. Haben Sie die Adresse kürzlich besucht, liegt die Antwort schon dort.
- Wenn nicht, fragt er einen Resolver. Das ist meist der DNS-Server Ihres Internetanbieters oder ein öffentlicher wie 1.1.1.1 oder 8.8.8.8.
- Kennt der Resolver die Antwort nicht, fragt er die Root-Server, danach die Server der Endung wie
.de. Diese verweisen auf die autoritativen Nameserver der Domain. - Der autoritative Nameserver hält die Einträge der Domain und liefert die verbindliche Antwort: „ihre-firma.de liegt unter 203.0.113.10.“
- Der Resolver speichert diese Antwort für die Dauer der TTL und gibt sie an Ihren Rechner weiter.
Die ganze Kette dauert meist nur Millisekunden, und dank Caching endet die Abfrage oft schon bei den ersten beiden Schritten.
Die wichtigsten DNS-Einträge
| Eintrag | Wofür er da ist | Beispiel |
|---|---|---|
| A | Verweist auf eine IPv4-Adresse | ihre-firma.de → 203.0.113.10 |
| AAAA | Verweist auf eine IPv6-Adresse | ihre-firma.de → 2001:db8::10 |
| CNAME | Verweist einen Namen auf einen anderen Namen | www.ihre-firma.de → ihre-firma.de |
| MX | Server, der E-Mails für die Domain annimmt | ihre-firma.de → mail.anbieter.de (Priorität 10) |
| TXT | Textinformationen; SPF, DKIM, DMARC und Bestätigungen | v=spf1 include:... ~all |
| NS | Welche Nameserver das DNS der Domain verwalten | ns1.anbieter.de |
| CAA | Welche Zertifizierungsstellen SSL ausstellen dürfen | 0 issue "letsencrypt.org" |
Dazu kommt der PTR-Eintrag, der Reverse-DNS-Eintrag, der angibt, zu welchem Namen eine IP-Adresse gehört. Er liegt beim Inhaber der IP-Adresse, nicht bei der Domain, und ist vor allem für Server wichtig, die E-Mails versenden.
A oder CNAME?
Ein A-Eintrag zeigt direkt auf eine IP-Adresse. Ein CNAME verweist einen Namen auf einen anderen; der Resolver schlägt erst diesen Namen und dann dessen IP nach. Der Vorteil: Ändert sich die IP des Ziels, müssen Sie Ihren Eintrag nicht anpassen.
Eine Regel ist wichtig: Für die Domain selbst (ihre-firma.de) ist kein CNAME möglich. Dort nutzen Sie A- und AAAA-Einträge; für Subdomains wie www eignet sich ein CNAME.
MX-Einträge und Priorität
Eine Domain kann mehrere MX-Einträge haben. Jeder hat eine Priorität, die niedrigste Zahl wird zuerst versucht. Ist der Server mit Priorität 10 nicht erreichbar, kommt der mit Priorität 20 an die Reihe. Wechseln Sie den E-Mail-Anbieter, löschen Sie die alten MX-Einträge; sonst landen manche E-Mails weiter beim alten Server.
TTL und Propagation
TTL (Time To Live) gibt in Sekunden an, wie lange eine DNS-Antwort zwischengespeichert werden darf. Ein Eintrag mit TTL 3600 bleibt eine Stunde in den Caches der Resolver.
Genau das ist mit „DNS-Propagation“ gemeint: Sobald Sie einen Eintrag ändern, liefert der autoritative Nameserver die neue Antwort, aber Resolver weltweit nutzen die alte weiter, bis ihre zwischengespeicherte Kopie abläuft.
Planen Sie einen Umzug, hilft dieser Trick:
- Einen Tag vorher senken Sie die TTL des Eintrags auf etwa 300 Sekunden (5 Minuten).
- Ist die alte TTL abgelaufen, stellen Sie den Eintrag auf die neue IP um. Die Änderung ist binnen Minuten überall angekommen.
- Nach dem Umzug setzen Sie die TTL wieder auf etwa 3600.
Nameserver-Änderungen dauern länger. Die Nameserver einer Domain sind bei der Registry der Endung hinterlegt, bei .de also bei der DENIC; bis die Änderung überall ankommt, können 24–48 Stunden vergehen.
Die Domain mit einem Server verbinden
Dafür gibt es zwei Wege:
1. Nameserver ändern. Beim Domain-Registrar ersetzen Sie die Nameserver durch die Ihres Hosting-Anbieters. Ab dann verwalten Sie alle DNS-Einträge beim Hosting-Anbieter. Beim Webhosting ist das der einfachste Weg, weil cPanel und DirectAdmin die nötigen Einträge automatisch anlegen.
2. Nur Einträge hinzufügen. Die DNS-Verwaltung bleibt, wo sie ist, und Sie legen nur die nötigen Einträge an. Für eine Website auf dem eigenen vServer reicht meist:
ihre-firma.de. A 203.0.113.10
www.ihre-firma.de. CNAME ihre-firma.de.
Vorsicht beim Nameserver-Wechsel: Legen Sie beim neuen Anbieter nicht alle Einträge des alten neu an, vor allem MX- und TXT-Einträge, funktionieren E-Mails und Bestätigungen nicht mehr.
DNS-Einträge prüfen
Wie ein Eintrag für die Welt aussieht, prüfen Sie auf der Kommandozeile:
nslookup ihre-firma.de
Unter Linux und macOS liefert dig mehr Details:
dig ihre-firma.de A
dig ihre-firma.de MX
dig ihre-firma.de TXT
Einen bestimmten Resolver fragen Sie mit dig @1.1.1.1 ihre-firma.de. Den Cache Ihres eigenen Rechners leeren Sie unter Windows mit ipconfig /flushdns.
Typische DNS-Fehler
- Die Website öffnet sich noch auf dem alten Server: Die Caches sind noch nicht erneuert. Warten Sie die TTL ab oder prüfen Sie mit einem anderen Resolver.
- www funktioniert, die Domain selbst nicht (oder umgekehrt): Es fehlt ein A-Eintrag für die Domain oder ein CNAME für
www. - Nach dem Nameserver-Wechsel kommen keine E-Mails mehr an: Die MX-Einträge wurden beim neuen Anbieter nicht angelegt.
- CNAME neben einem anderen Eintrag gleichen Namens: Ein Name mit CNAME darf keine weiteren Einträge haben. Löschen Sie den widersprüchlichen Eintrag.
- Kein SSL-Zertifikat erhältlich: Die Domain zeigt noch nicht auf den Server, oder ein CAA-Eintrag blockiert die Zertifizierungsstelle. Wie SSL funktioniert, lesen Sie in Was ist ein SSL-Zertifikat?
Die SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge für E-Mail erklären wir in SPF, DKIM und DMARC einrichten.
Die Domain bei Nodesty verbinden
Im Webhosting von Nodesty legen cPanel oder DirectAdmin die nötigen DNS-Einträge an, sobald Ihre Domain auf uns zeigt, und Sie können ein kostenloses SSL-Zertifikat aktivieren. Betreiben Sie lieber Ihren eigenen Server, genügt bei unseren AMD Ryzen 9 9950X vServern ein A-Eintrag, der Ihre Domain auf die IP des Servers verweist.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis eine DNS-Änderung wirkt?
Die meisten Änderungen an Einträgen sind sichtbar, sobald die TTL des Eintrags abgelaufen ist, meist nach wenigen Minuten bis einigen Stunden. Bei Nameserver-Änderungen ist zusätzlich die Registry der Domainendung beteiligt; das kann 24–48 Stunden dauern.
Was ist der Unterschied zwischen Nameserver ändern und Eintrag hinzufügen?
Ändern Sie die Nameserver, geht die gesamte DNS-Verwaltung Ihrer Domain zu einem neuen Anbieter, und Sie müssen Ihre Einträge dort neu anlegen. Fügen Sie einen Eintrag hinzu, bleibt die Verwaltung, wo sie ist; nur das Ziel dieses einen Eintrags ändert sich.
Kann ich einen CNAME-Eintrag für die Domain selbst setzen?
Im Standard-DNS nicht. Die Domain selbst (ihre-firma.de) trägt bereits NS- und SOA-Einträge und kann daher keinen CNAME haben; dort nutzen Sie A- und AAAA-Einträge. Manche DNS-Anbieter bieten dafür Lösungen wie ALIAS-Einträge oder CNAME-Flattening.
Der DNS-Eintrag stimmt, aber die Website zeigt noch den alten Server. Warum?
Wahrscheinlich hält Ihr Rechner, Browser oder Internetanbieter noch die alte Antwort im Cache. Warten Sie, bis die TTL abgelaufen ist, leeren Sie unter Windows den lokalen Cache mit ipconfig /flushdns oder prüfen Sie mit einem anderen DNS-Resolver.
Wo ändere ich einen Reverse-DNS-Eintrag (PTR)?
Ein PTR-Eintrag gehört dem Inhaber der IP-Adresse, nicht der Domain. Sie setzen ihn daher im Panel des Anbieters, von dem die IP stammt, oder über dessen Support, nicht beim Domain-Registrar. Besonders wichtig ist er für Server, die E-Mails versenden.
Welcher DNS-Eintrag verbindet meine Website mit meinem Server?
Für die Domain selbst legen Sie einen A-Eintrag mit der IPv4-Adresse des Servers an, bei IPv6 zusätzlich einen AAAA-Eintrag. Für www nutzt man üblicherweise einen CNAME, der auf die Domain zeigt.
Über den Autor
Nodesty-Team · Infrastruktur und Support
Das Nodesty-Team betreibt unsere Server, unser Netzwerk und unseren DDoS-Schutz im Alltag und beantwortet Support-Anfragen rund um die Uhr. Diese Ratgeber entstehen aus dieser Arbeit.
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