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Was ist ein Port? Ports am Server freigeben

Was ist ein Port? TCP und UDP, wichtige Portnummern, Ports auf Linux- und Windows-Servern freigeben, offene Ports testen und Ports richtig absichern.

Nodesty-Team6 Min. LesezeitServer
Der Schriftzug Port mit TCP, UDP und Firewall auf dunklem Nodesty-Hintergrund

Ein Port ist eine Nummer zwischen 0 und 65535, die einem Server sagt, welche Anwendung Sie erreichen möchten. Ist die IP-Adresse die Anschrift eines Mehrfamilienhauses, ist der Port die Wohnungsnummer: Webverkehr an eine IP-Adresse landet beim Webserver auf Port 443, Minecraft-Spieler beim Gameserver auf Port 25565 und SSH-Verbindungen auf Port 22. Einen Port freizugeben bedeutet, der Firewall zu sagen, dass sie Verbindungen zu dieser Nummer annehmen soll.

In diesem Artikel erklären wir, was ein Port ist, wie sich TCP und UDP unterscheiden, welche Portnummern häufig vorkommen, wie Sie Ports auf Linux- und Windows-Servern freigeben und wie Sie prüfen, ob ein Port offen ist.

Wie funktionieren Ports?

Wenn Sie sich mit einem Server verbinden, verbinden Sie sich eigentlich mit einer IP-Adresse und einer Portnummer, zum Beispiel 203.0.113.10:25565. Jede Anwendung auf einem Server lauscht (listen) auf einem oder mehreren Ports. Trifft ein Paket ein, übergibt das Betriebssystem es an die Anwendung, die auf diesem Port lauscht.

Damit eine Verbindung klappt, müssen drei Dinge gleichzeitig stimmen:

  1. Die Anwendung läuft und lauscht auf dem richtigen Port.
  2. Die Anwendung lauscht auf der richtigen Adresse. 0.0.0.0 steht für alle Netzwerkschnittstellen, 127.0.0.1 nur für den Server selbst. Eine Anwendung, die auf 127.0.0.1 lauscht, ist von außen nicht erreichbar.
  3. Alle Firewalls auf dem Weg lassen den Port durch. Gemeint sind die Firewall auf dem Server und, falls vorhanden, die Firewall des Anbieters oder des Routers.

„Port freigeben“ wird meist nur mit dem dritten Punkt gleichgesetzt, doch die meisten Verbindungsprobleme entstehen bei den ersten beiden.

TCP und UDP

Jede Portnummer gibt es getrennt für zwei Protokolle: TCP und UDP. 25565/TCP und 25565/UDP sind zwei verschiedene Ports.

MerkmalTCPUDP
VerbindungErst wird eine Verbindung aufgebautDaten werden ohne Verbindungsaufbau gesendet
ZuverlässigkeitVerlorene Pakete werden neu gesendetVerlorene Pakete werden nicht neu gesendet
ReihenfolgePakete kommen in Reihenfolge anReihenfolge ist nicht garantiert
TempoEtwas mehr OverheadSchlanker und schneller
Typischer EinsatzWeb, SSH, E-Mail, DatenbankenSpiele, Sprachchat, DNS, Streaming

Echtzeitspiele nutzen meist UDP, denn die aktuelle Position ist wertvoller als eine alte, die verspätet ankommt. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welches Protokoll eine Anwendung nutzt, wenn Sie ihren Port freigeben. Im Zweifel hilft die Dokumentation der Anwendung.

Wichtige Portnummern

PortProtokollDienst
22TCPSSH
25, 465, 587TCPSMTP (E-Mail-Versand)
53UDP / TCPDNS
80TCPHTTP
443TCPHTTPS
993TCPIMAP (SSL)
3306TCPMySQL / MariaDB
3389TCPRemotedesktop (RDP)
25565TCPMinecraft Java Edition
19132UDPMinecraft Bedrock Edition
30120TCP / UDPFiveM
27015UDP / TCPCS2, Garry's Mod (Source)
28015UDPRust

Die Ports 0–1023 sind Well-known Ports; unter Linux darf nur root auf ihnen lauschen. Gameserver und Anwendungen nutzen meist Ports oberhalb von 1024.

Ports auf einem Linux-Server freigeben

Prüfen Sie zuerst, ob die Anwendung tatsächlich lauscht:

sudo ss -tulpn

Steht neben dem Port 0.0.0.0:25565 oder *:25565, lauscht die Anwendung auf allen Schnittstellen. Steht dort 127.0.0.1:25565, müssen Sie die Lauschadresse in den Einstellungen der Anwendung ändern.

Ubuntu und Debian (ufw):

sudo ufw allow 25565/tcp
sudo ufw allow 30120
sudo ufw status

Ohne Protokollangabe (30120) wird der Port für TCP und UDP freigegeben. Wenn Sie ufw zum ersten Mal aktivieren, führen Sie vorher sudo ufw allow OpenSSH aus, sonst sperren Sie sich selbst aus.

AlmaLinux und Rocky Linux (firewalld):

sudo firewall-cmd --permanent --add-port=25565/tcp
sudo firewall-cmd --reload

Admin-Ports nur für die eigene IP-Adresse freizugeben, ist eine gute Gewohnheit:

sudo ufw allow from 198.51.100.7 to any port 3306 proto tcp

Vorsicht bei Docker: Von Docker veröffentlichte Ports umgehen die ufw-Regeln. Die Details stehen in unserer Anleitung Docker installieren.

Ports auf einem Windows-Server freigeben

Öffnen Sie unter Windows Server die PowerShell als Administrator und legen Sie eine eingehende Regel an:

New-NetFirewallRule -DisplayName "Minecraft" -Direction Inbound -Protocol TCP -LocalPort 25565 -Action Allow

Für UDP legen Sie eine zweite Regel mit -Protocol UDP an. Dasselbe geht in der grafischen Oberfläche unter Windows Defender Firewall → Erweiterte Einstellungen → Eingehende Regeln → Neue Regel → Port.

Ob die Anwendung auf dem Port lauscht, sehen Sie so:

netstat -ano | findstr :25565

Testen, ob ein Port offen ist

Testen Sie von außerhalb des Servers, also von Ihrem eigenen Rechner; ein Test auf dem Server selbst umgeht die Firewall und führt in die Irre.

Linux und macOS:

nc -zv 203.0.113.10 25565

Windows (PowerShell):

Test-NetConnection 203.0.113.10 -Port 25565

succeeded oder TcpTestSucceeded : True bedeutet, dass der Port offen ist und die Anwendung antwortet. Diese Werkzeuge testen nur TCP zuverlässig. Für UDP-Ports ist der beste Test, sich tatsächlich mit der Anwendung zu verbinden, zum Beispiel aus dem Spiel heraus.

So grenzen Sie das Problem anhand des Ergebnisses ein:

  • Connection refused: Der Server ist erreichbar, aber auf diesem Port lauscht nichts. Prüfen Sie, ob die Anwendung läuft und den richtigen Port nutzt.
  • Timed out: Die Pakete werden von einer Firewall verworfen. Prüfen Sie die Firewall-Regeln auf dem Server.

Server zu Hause: Portweiterleitung

Wenn Sie einen Server auf Ihrem eigenen Rechner betreiben, brauchen Sie im Router eine Portweiterleitung (Port Forwarding), die eingehende Verbindungen an den richtigen Rechner im Heimnetz weitergibt. Bei einer FRITZ!Box finden Sie das unter Internet → Freigaben. Dieser Weg hat aber deutliche Grenzen:

  • CGNAT und DS-Lite: Viele Anbieter, besonders bei Glasfaser- und Kabelanschlüssen, vergeben keine eigene öffentliche IPv4-Adresse. Dann funktioniert eine Portweiterleitung von außen überhaupt nicht.
  • Wechselnde IP-Adresse: Private Anschlüsse erhalten oft bei jeder Neueinwahl eine neue IP-Adresse.
  • Sicherheit und DDoS: Wer Ihre private IP-Adresse kennt, kann mit einem Angriff den Internetanschluss Ihres ganzen Haushalts lahmlegen. Mehr dazu in Was ist ein DDoS-Angriff?
  • Upload: Private Anschlüsse haben meist einen deutlich langsameren Upload als Download.

Für einen Gameserver, Bot oder eine Webanwendung, die rund um die Uhr laufen soll, ist ein gemieteter Server deshalb deutlich entspannter.

Sicherheit bei Ports

  • Nur Nötiges freigeben. Jeder offene Port, den Sie nicht nutzen, ist eine Tür für Angreifer. Schließen Sie mit ufw default deny incoming standardmäßig alles und geben Sie nur die benötigten Ports frei.
  • Datenbanken nicht freigeben. Dienste wie MySQL, PostgreSQL und Redis sollten nur auf 127.0.0.1 lauschen. Brauchen Sie Fernzugriff, geben Sie den Port nur für Ihre eigene IP-Adresse frei oder nutzen Sie einen SSH-Tunnel.
  • Admin-Ports schützen. Nutzen Sie für SSH die Anmeldung per Schlüssel, schützen Sie Admin-Ports wie RCON mit starken Passwörtern und geben Sie sie nach Möglichkeit nur für Ihre eigene IP-Adresse frei. Mehr zur SSH-Sicherheit in Was ist SSH?
  • Ein anderer Port allein schützt nicht. SSH von Port 22 wegzulegen reduziert automatisierte Versuche in den Logs, doch echten Schutz bietet erst eine starke Authentifizierung.

Ports auf Nodesty-Servern verwalten

Auf vServern von Nodesty wie dem AMD Ryzen 9 9950X vServer sperren wir Spiel-Ports und UDP-Verkehr standardmäßig nicht; welche Ports offen sind, entscheiden Sie mit der Firewall Ihres Servers. Der vorgeschaltete L3–L7-DDoS-Schutz nShield filtert Angriffsverkehr auf Ihre offenen Ports, bevor er Ihren Server erreicht. Wenn Sie sich die Einrichtung sparen möchten, kommen unsere Gameserver-Pakete mit Minecraft, FiveM, Rust, Unturned und Garry's Mod startklar.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Ports gibt es?

Jede IP-Adresse hat 65.536 TCP-Ports und 65.536 UDP-Ports, nummeriert von 0 bis 65535. Die Ports 0–1023 sind für Systemdienste reservierte Well-known Ports, 1024–49151 werden von Anwendungen registriert, und ab 49152 folgen Ports für kurzlebige Verbindungen.

Ist es sicher, einen Port freizugeben?

Ein Port spielt nur eine Rolle, wenn eine Anwendung darauf lauscht, und seine Sicherheit hängt von dieser Anwendung ab. Den Port eines aktuellen, mit starkem Passwort geschützten Game- oder Webservers freizugeben, ist normal. Dienste wie Datenbanken und Admin-Panels sollten Sie dagegen nicht für alle öffnen.

Ich habe den Port freigegeben, kann mich aber nicht verbinden. Warum?

Häufige Ursachen sind, dass die Anwendung nicht läuft, nur auf 127.0.0.1 lauscht, das falsche Protokoll freigegeben wurde (TCP statt UDP oder umgekehrt) oder eine Firewall außerhalb des Servers blockiert. Prüfen Sie zuerst mit ss -tulpn, auf welcher Adresse und welchem Port die Anwendung lauscht.

Meine Portweiterleitung zu Hause funktioniert nicht. Warum?

Viele Internetanbieter, besonders bei Glasfaser- und Kabelanschlüssen, nutzen CGNAT oder DS-Lite. Ihr Router erhält dann keine eigene öffentliche IPv4-Adresse, und eine Portweiterleitung funktioniert von außen nicht. Abhilfe schafft eine öffentliche IPv4-Adresse vom Anbieter oder ein gemieteter Server.

Wie teste ich, ob ein UDP-Port offen ist?

Da UDP verbindungslos ist, lassen sich offene und geschlossene UDP-Ports von außen nicht zuverlässig unterscheiden. Der beste Test ist, sich tatsächlich mit der Anwendung zu verbinden, zum Beispiel aus dem Spiel heraus mit dem Gameserver. Auf dem Server bestätigt ss -ulpn, dass die Anwendung lauscht.

Sperrt Nodesty bestimmte Ports?

Auf den vServern von Nodesty sperren wir Spiel-Ports und UDP-Verkehr standardmäßig nicht. Wenn keine Verbindung zustande kommt, prüfen Sie die Firewall auf Ihrem Server und die Adresse, auf der Ihre Anwendung lauscht; besteht das Problem weiter, eröffnen Sie ein Support-Ticket mit IP, Port und Dienst.

Nodesty

Über den Autor

Nodesty-Team · Infrastruktur und Support

Das Nodesty-Team betreibt unsere Server, unser Netzwerk und unseren DDoS-Schutz im Alltag und beantwortet Support-Anfragen rund um die Uhr. Diese Ratgeber entstehen aus dieser Arbeit.

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