Wichtige Linux-Befehle für die Serververwaltung
Wichtige Linux Befehle für die Serververwaltung: Dateien, Rechte, Speicher- und RAM-Nutzung, Prozesse, Dienste, Netzwerk, Pakete und Dateiübertragung.

Inhalt
- Erste Schritte auf der Kommandozeile
- Dateien und Ordner
- Dateien suchen und Inhalte filtern
- Dateirechte und Besitzer
- Speicherplatz, RAM und CPU-Auslastung
- Prozesse und Dienste
- tmux für lange Vorgänge
- Netzwerkbefehle
- Paketverwaltung und Updates
- Archivieren und Dateien übertragen
- Benutzer und Rechte
- Nodesty-Server zum Linux-Üben
Linux-Befehle sind das wichtigste Werkzeug, um einen Server zu verwalten. Die große Mehrheit gemieteter vServer, dedizierter Server und Gameserver läuft unter Linux, und Sie verwalten sie nicht über eine grafische Oberfläche, sondern per SSH über die Kommandozeile. Die gute Nachricht: Fast alle täglichen Aufgaben erledigen Sie mit 20–30 Befehlen.
In dieser Anleitung stellen wir die Befehle, die Sie bei der Verwaltung eines Linux-Servers am häufigsten brauchen, nach Zweck geordnet und mit Beispielen vor. Falls Sie noch nicht mit Ihrem Server verbunden sind, lesen Sie zuerst Was ist SSH?
Erste Schritte auf der Kommandozeile
Ein Befehl besteht meist aus drei Teilen: dem Namen des Befehls, den Optionen und dem Ziel. Im Befehl ls -la /var/www ist ls der Befehl, -la sind die Optionen und /var/www ist das Ziel.
Ein paar Gewohnheiten, die Zeit sparen:
- Tab-Taste: Vervollständigt Datei- und Befehlsnamen automatisch und verhindert Tippfehler.
- Pfeil nach oben und
history: Holen frühere Befehle zurück. Strg + C: Bricht den laufenden Befehl ab.Strg + R: Durchsucht Ihre bisher eingegebenen Befehle.man befehloderbefehl --help: Zeigt die Beschreibung und Optionen eines Befehls.
Dateien und Ordner
| Befehl | Was er tut |
|---|---|
pwd | Zeigt den aktuellen Ordner |
ls -la | Listet den Ordnerinhalt ausführlich auf, inklusive versteckter Dateien |
cd /var/www | Wechselt in einen Ordner (cd .. eine Ebene höher, cd ~ ins Home-Verzeichnis) |
mkdir -p a/b/c | Legt verschachtelte Ordner in einem Schritt an |
cp datei backup | Kopiert eine Datei (cp -r für Ordner) |
mv alt neu | Verschiebt oder benennt um |
rm datei | Löscht eine Datei (rm -r für Ordner) |
nano datei | Bearbeitet eine Datei im Terminal |
cat datei | Gibt den Inhalt einer Datei aus |
less datei | Liest lange Dateien seitenweise (Beenden mit q) |
Nachdem Sie eine Datei mit nano bearbeitet haben, speichern Sie mit Strg + O und Enter und beenden mit Strg + X.
Achtung: Linux hat keinen Papierkorb. Ein mit rm -r gelöschter Ordner ist weg. Prüfen Sie den Pfad besonders bei sudo rm -rf zweimal und legen Sie vor dem Löschen wichtiger Dateien mit cp -r eine Kopie an.
Dateien suchen und Inhalte filtern
find /var/www -name "*.log"
grep -r "DB_PASSWORD" /var/www/site
tail -f /var/log/syslog
find: Findet Dateien, die zu einem bestimmten Namen oder Typ passen.grep: Sucht Text in Dateien.-rdurchsucht auch Unterordner,-iignoriert Groß- und Kleinschreibung.tail -f: Zeigt die letzten Zeilen einer Datei und gibt neue Zeilen live aus, sobald sie hinzukommen. Ideal, um Logs zu verfolgen;tail -n 100zeigt die letzten 100 Zeilen.
Mit der Pipe (|) verketten Sie Befehle. So zeigt ps aux | grep java nur die Java-Prozesse.
Dateirechte und Besitzer
Unter Linux hat jede Datei einen Besitzer, eine Gruppe und für diese beiden sowie alle anderen Benutzer Rechte zum Lesen (r), Schreiben (w) und Ausführen (x). In der Ausgabe von ls -l sieht das etwa so aus: -rwxr-xr--.
chmod +x start.sh
chmod 644 config.php
chown -R www-data:www-data /var/www/site
chmod +x: Macht ein Skript ausführbar. Die meisten Startskripte, die „Permission denied“ melden, laufen danach.chmod 644: Der Besitzer darf lesen und schreiben, alle anderen nur lesen. Ein üblicher Wert für Dateien; für Ordner verwendet man755.chown -R: Ändert den Besitzer von Dateien. Häufig nötig, damit der Webserver in die Dateien schreiben kann.
chmod 777, also alles für alle freizugeben, scheint das Problem zu lösen, ist aber eine ernste Sicherheitslücke. Den richtigen Besitzer zu setzen ist immer die bessere Lösung.
Speicherplatz, RAM und CPU-Auslastung
| Befehl | Was er zeigt |
|---|---|
df -h | Belegten und freien Platz der Datenträger |
du -sh * | Die Größe jedes Eintrags im aktuellen Ordner |
free -h | RAM- und Swap-Nutzung |
uptime | Wie lange der Server schon läuft, und die durchschnittliche Last |
htop | Eine Live-Ansicht von CPU, RAM und Prozessen |
nproc | Die Anzahl der CPU-Kerne |
Ist der Datenträger voll, treten seltsame Fehler auf: Die Datenbank kann nicht schreiben, der Gameserver nicht speichern. Finden Sie mit df -h den vollen Datenträger und spüren Sie mit du -sh /* große Ordner auf; die häufigsten Übeltäter sind alte Logs, Backups und ungenutzte Docker-Images.
Achten Sie in der Ausgabe von free -h auf die Spalte „available“. Da Linux freien RAM als Cache nutzt, ist ein niedriger Wert bei „free“ normal.
Prozesse und Dienste
ps aux | grep node
kill 12345
systemctl status nginx
sudo systemctl restart nginx
journalctl -u nginx -f
ps aux: Listet alle laufenden Prozesse auf. Die zweite Spalte ist die Prozessnummer (PID).kill PID: Beendet einen Prozess. Für Prozesse, die nicht reagieren, gibt eskill -9 PID, dann beendet sich der Prozess aber ohne zu speichern.systemctl: Verwaltet Dienste. Es gibt die Unterbefehlestart,stop,restart,statusundenablefür den automatischen Start beim Hochfahren des Servers.journalctl -u dienst -f: Verfolgt die Logs eines Dienstes live. Startet ein Dienst nicht, steht der Grund fast immer hier.
Wie Sie Ihre eigene Anwendung als Dienst betreiben, zeigen wir mit einem systemd-Beispiel in unserer Anleitung Discord-Bot hosten.
tmux für lange Vorgänge
Bricht Ihre SSH-Verbindung ab, stoppen auch die Befehle, die in dieser Sitzung laufen. Starten Sie Aufgaben wie einen Gameserver, einen langen Kopiervorgang oder einen Build deshalb in tmux:
tmux new -s server
Mit Strg + B und anschließend D lösen Sie sich von der Sitzung; der Befehl läuft im Hintergrund weiter. Mit tmux attach -t server kehren Sie zurück, mit tmux ls sehen Sie die offenen Sitzungen.
Netzwerkbefehle
| Befehl | Was er tut |
|---|---|
ip a | Zeigt die IP-Adressen des Servers |
ss -tulpn | Zeigt, welche Anwendung auf welchem Port lauscht |
ping ihredomain.de | Prüft, ob eine Adresse erreichbar ist, und misst die Latenz |
curl -I https://ihredomain.de | Zeigt die Antwort-Header einer Webadresse |
wget url | Lädt eine Datei herunter |
dig ihredomain.de | Fragt die DNS-Einträge einer Domain ab |
Bei Verbindungsproblemen ist ss -tulpn meist der erste Befehl; er zeigt, ob die Anwendung tatsächlich lauscht. Ports und Firewall-Einstellungen erklären wir ausführlich in Was ist ein Port?
Paketverwaltung und Updates
Ubuntu und Debian:
sudo apt update
sudo apt upgrade
sudo apt install htop
sudo apt remove paket
AlmaLinux und Rocky Linux:
sudo dnf upgrade
sudo dnf install htop
apt update aktualisiert nur die Paketliste; die Updates installiert erst apt upgrade. Den Server regelmäßig zu aktualisieren ist der einfachste Weg, bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Nach einem Kernel-Update müssen Sie mit sudo reboot neu starten, damit die Änderung wirksam wird.
Archivieren und Dateien übertragen
tar -czf backup.tar.gz /var/www/site
tar -xzf backup.tar.gz
unzip datei.zip
tar -czf packt einen Ordner in ein einziges komprimiertes Archiv, tar -xzf entpackt es. So übertragen Sie Dateien zwischen Ihrem eigenen Computer und dem Server:
scp backup.tar.gz benutzer@203.0.113.10:/home/benutzer/
rsync -avz ./site/ benutzer@203.0.113.10:/var/www/site/
scp ist praktisch für einmalige Kopien. rsync überträgt nur geänderte Dateien und eignet sich daher viel besser, um große Ordner zu synchronisieren und abgebrochene Übertragungen fortzusetzen. Wenn Sie eine grafische Oberfläche bevorzugen, erledigen Programme wie WinSCP oder FileZilla dasselbe per SFTP.
Benutzer und Rechte
sudo adduser max
sudo usermod -aG sudo max
whoami
Statt den Server ständig als root zu nutzen, legen Sie einen Benutzer mit sudo-Rechten an. Unter AlmaLinux heißt die Administratorgruppe nicht sudo, sondern wheel. Auch eigene Benutzer für Gameserver und Anwendungen verhindern, dass eine Lücke in einer Anwendung den ganzen Server betrifft.
Nodesty-Server zum Linux-Üben
Linux lernen Sie am besten, indem Sie auf einem echten Server ausprobieren. Bei den AMD Ryzen 9 9950X vServer- und AMD EPYC 7763 vServer-Paketen von Nodesty wählen Sie Ubuntu, Debian oder AlmaLinux und starten mit vollem Root-Zugriff. Macht ein falscher Befehl den Server kaputt, installieren Sie ihn über das Panel neu oder kehren zu einem der kostenlosen täglichen Backups mit 7 Tagen Aufbewahrung zurück, und wenn Sie per SSH nicht mehr hineinkommen, erreichen Sie Ihren Server über die Webkonsole.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich Linux-Befehle auswendig lernen?
Nein. Für die tägliche Serververwaltung decken 20–30 Befehle den Großteil der Arbeit ab, und die lernen Sie durch die Nutzung ganz von selbst. Wenn Ihnen die Optionen eines Befehls nicht einfallen, rufen Sie mit man befehl oder befehl --help die Beschreibung auf.
Was ist sudo und wann nutze ich es?
Mit sudo führt ein normaler Benutzer einen einzelnen Befehl mit Administratorrechten (root) aus. Das ist nötig, um Pakete zu installieren, Systemdateien zu bearbeiten oder Dienste neu zu starten. sudo statt dauerhaft als root zu arbeiten verringert die Folgen versehentlicher Fehler.
Kann ich gelöschte Dateien wiederherstellen?
Mit rm gelöschte Dateien landen unter Linux nicht im Papierkorb und lassen sich grundsätzlich nicht wiederherstellen. Legen Sie deshalb vor dem Löschen wichtiger Dinge eine Kopie an und halten Sie regelmäßige Backups bereit. Die täglichen Backups der Nodesty-vServer bieten eine Absicherung gegen solche Fehler.
Was passiert, wenn meine SSH-Verbindung abbricht, während ein Befehl läuft?
Normalerweise stoppen beim Schließen der SSH-Sitzung auch die darin laufenden Befehle. Starten Sie lange Vorgänge in einer tmux- oder screen-Sitzung, läuft der Befehl auch bei einem Verbindungsabbruch weiter, und Sie kehren nach dem erneuten Verbinden in die Sitzung zurück.
Sind die Befehle unter Ubuntu und AlmaLinux gleich?
Fast alle Befehle für Dateien, Prozesse und Netzwerk sind gleich. Der Unterschied liegt vor allem im Paketmanager; Ubuntu und Debian nutzen apt, AlmaLinux und Rocky Linux dnf. Auch die Firewall-Werkzeuge unterscheiden sich; unter Ubuntu ist meist ufw, unter AlmaLinux firewalld im Einsatz.
Wie lese ich sehr lange Befehlsausgaben?
Mit | less blättern Sie die Ausgabe seitenweise durch, mit | grep wort filtern Sie nur die gesuchten Zeilen heraus, und mit > datei.txt speichern Sie sie in einer Datei. Um nur die letzten Zeilen von Logdateien zu sehen, verwenden Sie tail.
Über den Autor
Nodesty-Team · Infrastruktur und Support
Das Nodesty-Team betreibt unsere Server, unser Netzwerk und unseren DDoS-Schutz im Alltag und beantwortet Support-Anfragen rund um die Uhr. Diese Ratgeber entstehen aus dieser Arbeit.
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